Energiewende vor Ort
Wenn die Energiewende gelingen soll, muss sie auch vor Ort mit lokalen Konzepten und Projekten umgesetzt werden: Wir bei den Stadtwerken Duisburg bauen unseren Erzeugungspark um, damit bei der Strom- und Wärmeproduktion weniger CO₂-Emissionen anfallen. Bis 2035 soll der Umbau abgeschlossen sein.
FERNWÄRME
Nutzung von Abwärme
Bereits heute heizen mehr als 70.000 Haushalte in Duisburg mit Fernwärme, die Heizkessel und Brennstofflager überflüssig macht. In den kommenden Jahren wollen wir unser Fernwärmenetz und unsere Fernwärmeerzeugung deutlich ausbauen, so dass wir genug Wärme produzieren, um bis zu 15.000 weitere Haushalte anschließen zu können.
Verschiedene Technologien
Bei der Duisburger Fernwärmeerzeugung kommen verschiedene Technologien und Wärmequellen zum Einsatz. Dazu gehören Kraft-Wärme-Kopplung, industrielle Abwärme sowie Wärme aus Biomasse. Die jeweiligen Primärenergie- und Emissionsfaktoren der Duisburger Wärmenetze werden regelmäßig ermittelt und veröffentlicht.
MODERNISIERUNG VON STANDORTEN
Abschied von Kohlekraft
Im Jahr 2018 haben wir unser letztes verbliebenes Kohlekraftwerk vom Netz genommen. Seitdem entwickeln wir unsere Erzeugungsstandorte weiter und setzen dabei auf unterschiedliche Technologien zur Strom- und Wärmeerzeugung.
Strom und Wärme für Duisburg
Moderne Erzeugung im Herzen der Stadt
Am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks in Duisburg-Mitte haben wir sieben Blockheizkraftwerke errichtet. Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.
Die Anlage kann flexibel eingesetzt werden und verfügt über eine Leistung von 31,5 Megawatt sowie einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent. Sie kann rechnerisch so viel Strom erzeugen, wie rund 68.000 Haushalte im Jahr verbrauchen.
Duisburgs erste Großwärmepumpe
Wärmepumpen können nicht nur einzelne Gebäude beheizen, sondern auch bei der zentralen Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Ende 2023 haben wir unsere erste Großwärmepumpe in Betrieb genommen. Sie ergänzt die Blockheizkraftwerke in Duisburg-Mitte. Die Großwärmepumpe nutzt Abwärme aus der Gemischkühlung der sieben Motoren und hebt deren Temperaturniveau so weit an, dass die Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Die Blockheizkraftwerke sind zudem technisch darauf vorbereitet, künftig Wasserstoff als Energieträger einsetzen zu können.
Modernisierung des Standorts Wanheim
Nach der Stilllegung der beiden Steinkohleblöcke an den Standorten Hochfeld und Wanheim wird der Energiepark Wanheim in den kommenden Jahren umfassend modernisiert. Geplant ist der Einsatz neuer wasserstofffähiger Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie elektrisch betriebener Wärmeerzeuger wie Großwärmepumpen und Power-to-Heat-Anlagen.
Weitere Infos zur Modernisierung des Standorts
Bereits 2018 wurde der Standort um einen Fernwärmespeicher erweitert. Dieser ermöglicht einen flexibleren und wirtschaftlicheren Betrieb der Erzeugungsanlagen.
iKWK
Wärme aus geklärtem Wasser
iKWK steht für innovative Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei werden unterschiedliche Technologien zur Strom- und Wärmeerzeugung miteinander kombiniert.
Die größte iKWK-Anlage an einer Kläranlage in Deutschland
Im Duisburger Stadtgebiet suchen wir gezielt nach Möglichkeiten, bislang ungenutzte Wärmequellen für die Fernwärmeversorgung nutzbar zu machen. An der Kläranlage der Wirtschaftsbetriebe Duisburg in Huckingen haben wir eine innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage errichtet. Die im Juni 2025 in Betrieb genommene Anlage ist bundesweit die größte ihrer Art an einer Kläranlage.
So funktioniert die Anlage
Mithilfe einer Großwärmepumpe wird dem bereits geklärten Abwasser Restwärme entzogen. Die Wärmepumpe hebt deren Temperaturniveau an, sodass die Wärme anschließend in das Fernwärmenetz eingespeist werden kann.
Zur Gesamtanlage gehören außerdem zwei wasserstofffähige Blockheizkraftwerke und ein elektrischer Wärmeerzeuger. Die beiden BHKW-Module verfügen jeweils über 4,5 Megawatt elektrische und 4,7 Megawatt thermische Leistung.
TIEFENGEOTHERMIE
Potenziale der Erdwärme untersuchen
Als Tiefengeothermie bezeichnet man die Nutzung von Erdwärme in Tiefen zwischen etwa 400 und 5.000 Metern.
Dort liegen höhere Temperaturen vor als bei der oberflächennahen Geothermie.
Machbarkeitsstudie
Eine mögliche Wärmequelle für die Region
Gemeinsam mit Partnern haben wir eine erste Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Tiefengeothermie in der Region erstellt. Beteiligt waren unter anderem die Städte Duisburg und Düsseldorf, die Stadtwerke Düsseldorf, die Universität Duisburg-Essen sowie die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG. Das Projekt wurde mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Die Ergebnisse werden weiter ausgewertet. Ziel ist es, die geologischen und technischen Potenziale der Tiefengeothermie unter Duisburg genauer zu bestimmen.
PHOTOVOLTAIK
Strom aus Sonnenenergie
Mit Photovoltaikanlagen erweitern wir unsere Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energien. Zu unseren Standorten gehören unter anderem Logport, Unkelstein und Grunewald. Weitere geeignete Flächen im Stadtgebiet werden geprüft.
Photovoltaikanlage am Logport Duisburg-Rheinhausen
Auf einem rund 24.000 Quadratmeter großen Hallendach im Logport sind knapp 18.500 Solarmodule installiert. Die Anlage erzeugt jährlich rund 900.000 Kilowattstunden Strom.
Solaratlas Duisburg 2026
Mit dem Solaratlas geben wir einen Überblick über die Entwicklung der Photovoltaik in Duisburg. Ende 2025 waren im Stadtgebiet insgesamt 11.561 Photovoltaikanlagen in Betrieb. Alle Zahlen und weitere Informationen haben wir im aktuellen Solaratlas zusammengestellt.
Ihre eigene Photovoltaikanlage
Ob als Privat- oder als Geschäftskunde: Wir haben verschiedene Rundum-Sorglos-Pakete entwickelt. Hierin sind dann neben der Bereitstellung der Komponenten und deren Installation auch umfassende Beratungsleistungen enthalten.
WINDENERGIE
Strom aus Windenergie
Windenergieanlagen wandeln die Bewegungsenergie des Windes in elektrische Energie um. Beim Betrieb der Anlagen entstehen keine direkten CO₂-Emissionen. Sie werden oft in windreichen Regionen wie an der Küste oder auf Hügeln errichtet.
Energie aus Windkraft
Aus Deutschland und Europa
Im Mai 2026 haben die Stadtwerke Duisburg von den Stadtwerken Münster zwei Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 6,4 Megawatt erworben. Die Anlagen befinden sich im Süden der Stadt Münster und sind seit September 2017 in Betrieb. Mit dem Erwerb erweitern wir unser Erzeugungsportfolio im Bereich erneuerbarer Energien. Unsere Konzerntochter Thermoplus ist zudem bundesweit und europaweit an weiteren Windenergieanlagen beteiligt.
WASSERSTOFF
Ein möglicher Baustein der Energiewende
Wasserstoff kann künftig in unterschiedlichen Bereichen der Energieversorgung, Industrie und Mobilität eingesetzt werden. Auch in Duisburg werden verschiedene Projekte zum Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur entwickelt.
Wasserstoff
Made in Duisburg
Um den den Bau einer Elektrolyseanlage zu realisieren, wird durch die neu gegründete Duisburg Hydrogen GmbH zunächst eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Geplant ist eine Wasserstoffproduktionsanlage mit einer Leistung von bis zu 20 Megawatt, die im Außenhafen in Duisburg-Hochfeld auf einem Grundstück der Duisburger Hafen AG errichtet werden soll. Bei Umsetzung des Projekts könnten täglich acht Tonnen Wasserstoff produziert und den Partnern passgenau zur Verfügung gestellt werden.
Wie wird Wasserstoff durch Elektrolyse erzeugt?
Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe von elektrischem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Wird dabei Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt, kann Wasserstoff hergestellt werden, dessen Produktion gegenüber der Nutzung fossiler Energieträger andere Treibhausgasemissionen aufweist. Welche Emissionen insgesamt entstehen, hängt unter anderem von Stromherkunft, Herstellung, Speicherung und Transport ab.
QUARTIERSLÖSUNGEN
Intelligente Lösungen
In Ballungsraum von Rhein und Ruhr können verschiedene Energie- und Infrastrukturlösungen miteinander kombiniert werden. Gemeinsam mit Partnern entwickeln wir Konzepte, die beispielsweise Wärmeversorgung, Stromerzeugung, Elektromobilität und digitale Kommunikation miteinander verknüpfen. Dabei betrachten wir die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen eines Quartiers und entwickeln darauf abgestimmte Lösungen.
Energiezentrale Wedau
Abwärme für die Fernwärme
Im Juli 2026 haben wir die Energiezentrale Wedau offiziell in Betrieb genommen. Mit der Anlage wird die Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums für die Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht. Eine Wärmepumpe hebt die Temperatur der Abwärme auf das für das Fernwärmenetz erforderliche Niveau an. Anschließend wird die Wärme in das Netz eingespeist. Ergänzt wird die Energiezentrale durch weitere Erzeugungsanlagen und Anlagentechnik.